Junges Start-up, große Marken: beeclever hilft beim (online)shoppen

Eigentlich standen sie bei „bee-clever“ noch ziemlich am Anfang, als plötzlich in Koblenz das Telefon klingelte. Am anderen Ende der Leitung: Alpecin, ein international agierender Produzent von Haarpflege-Produkten.
„Für ein Start-up unserer Größe sehr ungewöhnlich, dass ein solches Unternehmen von sich aus anklopft“, erinnert sich Geschäftsführer Andreas Wächter. Anfang 2019 gegründet, spezialisiert sich „beeclever“ auf Onlineshops, basierend auf der E-Commerce-Software Shopify. Die Koblenzer Gründer haben, ganz offensichtlich, zur richtigen Zeit auf das richtige Pferd gesetzt. Onlineshops gibt es in Hülle und Fülle. Unzählige kreative Programmierer schaffen weltweit wahre Einkaufs-Paradiese in der virtuellen Welt. Was der Konsument sieht, ist das Endprodukt: Ein einfach handelbarer Shop, virtuell unkompliziert zu erreichen, mit einer ansprech- enden Produktauswahl und der schnellen Möglichkeit, nach Herzenswunsch einzukaufen. „Doch dahinter stecken meist sehr komplexe Prozesse“, sagt Wächter, der sich seit vielen Jahren mit der Technologie und den Möglichkeiten in der virtuellen Welt beschäftigt. Ein Kernproblem: „Onlineshops mit selbst gehosteten Systemen sind oft unflexibel. Die Technologie hinter dem Shop muss ständig weiterentwickelt werden, damit man nicht den Anschluss verliert. Und Updates zu programmieren kostet oftmals wertvolle Zeit.“

Shopify Markenbotschafter in Deutschland

„beeclever“ wurde von Shopify als offizieller Markenbotschafter ausgewählt und als erste deutsche Shopify Agentur zum Shopify Plus Partner ernannt. „Wir haben dadurch Zugriff auf exklusive Shopify Plus Ressourcen und Updates sowie Möglichkeiten neue Funktionen und Produkte zu testen“, sagt Gründer Andreas Wächter. „Die offizielle Partnerschaft ist gleichzeitig ein Nachweis für unsere hervorragende Arbeit und langjährige Erfahrung im E-Commerce und mit Shopify, die notwendig ist, um diesen Titel zu erhalten.“
Wächter und sein Mit-Geschäftsführer Marco Pusceddu entdeckten bei ihrer Arbeit schon im Jahr 2014 ein in Kanada entwickeltes und zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch nahezu unbekanntes System: Shopify. „Ein Onlineshop, der komplett Cloudbasiert ist“, sagt Wächter. „Neue Technologien fließen hier automatisch in das System ein. Shopify bringt die Onlineshops der Kunden automatisch auf Stand. Entwickler weltweit arbeiten am System und stellen ihre Ergebnisse der gesamten Plattform zur Verfügung. Auch wir bringen Ideen ein, die weltweit genutzt werden können.“ Shopify ist heute das größte Onlineshop-System der Welt – und auch in Deutschland eines der relevantesten Systeme.

Und dennoch ist es ein weiter Weg, bis eine Marke wie Alpecin bei einem Start-up in Koblenz mit heute 13 Mitarbeitern anruft. Vom ersten Anruf des neuen Großkunden bis zum ersten Treffen am Koblenzer Firmensitz vergingen damals nur ein paar Tage. Der Schlüssel zum Erfolg: „beeclever“ hat sich früh auf Shopify spezialisiert und erfolgreich die höchsten Zertifizierungen des Anbieters durchlaufen. Mitte 2019 erhielt das Koblenzer Start-up die sogenannte „Level 3 Zertifizierung“, die in Deutschland bisher nur an drei Unternehmen vergeben wurde. „Ein wichtiger Schritt für uns“, sagt der 29-Jährige Wächter. „Wir haben dadurch auch die Erlaubnis, die zum Teil exklusiven Lösungen und Anwendungen von Shopify beim Kunden präsentieren und anbieten zu dürfen.“
Screenshot des Alpecin Projektes
Dass mittlerweile auch große Kunden wie Alpecin Interesse an eigenen Onlineshops haben, liegt an einem sich verändernden Markt. „Das Unternehmen hatte bisher noch nie direkt an den Endverbraucher verkauft“, berichtet Wächter. Die Produkte gab es bisher lediglich im Handel und über deren Plattformen zu kaufen. Zunehmender Kostendruck im Einzelhandel ließen das Unternehmen jedoch umdenken. Und beim Aufbau eines Shopsystems „direct to consumer“ half „beeclever“, für die Kunden eine neue, direkte Einkaufsmöglichkeit in der virtuellen Welt zu erschaffen.

Mit einem Player dieser Größe im Portfolio machte sich das Koblenzer Start-up schnell einen Namen in der Szene. Heute zählen auch Unternehmen wie Mars (Schokoriegel) und Nintendo (Spielekonsolen) zum Kundenstamm.
Eine rasante Entwicklung, schließlich wurde „beeclever“ erst Anfang 2019 gegründet. Doch der Markt ist eben riesig und das Produkt stimmt. „Alpecin war unsere Eintrittskarte in den Markt. Denn natürlich fragen andere Interessenten, welche großen Firmen man denn im Portfolio hat. Und da hilft es enorm, solche Kunden und ihre Lösungen präsentieren zu können.“

Heute steht „beeclever“ vor allem für die schnelle und flexible Entwicklung von Shop-Lösungen. „In den meisten Fällen haben wir Kunden, die schon mal was im Bereich E-Commerce gemacht haben, mit den alten Systemen aber nicht mehr zufrieden sind. Wir helfen ihnen, deutlich flexibler zu sein und schneller auf den Markt in der Online-Welt reagieren zu können.“ Andreas Wächter und sein Team zeigen Lösungen auf, die es dem Konsumenten auf den Plattformen einfach machen. „Das ist ganz entscheidend. Wir haben starke Tools, die einen hochwertigen Aufbau des Onlineshops ermöglichen. Der Konsument kann sehr schnell ankommen und auf Wunsch auch schnell einkaufen. Zu einem erfolgreichen Shop gehört aber auch ein gut funktionierendes Back-Office – z.B. für den Versand von Verkaufs- bestätigungen. All dies setzen wir für unsere Kunden um und halten es dank der vielen Entwickler, die weltweit ihren Teil zu Shopify beitragen, auch stets automatisiert up to date.“

Die ersten Schritte als Start-up ist „beeclever“ übrigens ganz ohne Investoren gegangen. Das Koblenzer Gründerteam hatte sich bewusst dazu entschieden, das Unternehmen zunächst aus dem Cashflow zu finanzieren und selbst zu investieren. „Natürlich hätten Investoren in dieser Phase geholfen, sich noch schneller weiterzuentwickeln“, sagt Wächter. „Aber wir wollten zunächst unabhängiger bleiben. Und wir wollten uns die Flexibilität nicht nehmen für den Fall, dass wir für einen nächsten großen Schritt wirklich auf Investorengelder angewiesen sind.“ Andreas Wächter kennt sich mit Zahlen aus, ist gelernter Bankkaufmann und hat zudem in Berlin Management Entrepreneurship studiert. „Aber irgendwann musste ich aus diesen Arbeitsstrukturen raus. Ich war völlig angetan von der Idee eines eigenen Start-ups.“ Ein mutiger, aber richtiger Schritt, wie die Entwicklung von „bee-clever“ zeigt.

Weitere Informationen unter: www.beeclever.de

Shopify-Gründer stammt aus Koblenz

Mit 11 Jahren programmierte er seine ersten Computerspiele, heute ist er Milliardär: Tobias Lütke stammt eigentlich aus Koblenz, wanderte im Jahr 2002 nach Kanada aus. Dort gründete er wenig später mit Freunden ein Unternehmen, aus dem später Shopify wurde. Mittlerweile haben mehr als 1 Million Unternehmer in 175 Ländern mit Shopify mehr als 155 Milliarden US-Dollar umgesetzt.
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