Die smarte Schulrevolution: Sdui

Viele Informationen, kein passender Kanal: Kommunikation an Schulen ist oft schwierig. Die richtige Info an den richtigen Schüler und Lehrer zu bringen, und das auch noch zum richtigen Zeitpunkt, ist nahezu unmöglich. Einen Problemlöser haben Schüler aus Koblenz geschaffen. Was einst als Projekt bei „Jugend forscht“ mitmachte, ist heute ein Start-up mit 32 Mitarbeiter.
Daniel Zacharias kommt vom Land. In die Schule ging es immer mit dem Bus. Halb verschlafen wurde die Fahrt genutzt, die letzten Hausaufgaben abzuschreiben. An der Schule angekommen dann die Hiobsbotschaft: Die ersten beiden Stunden fallen aus. „Wir haben uns immer geärgert, wenn so was passiert ist, und sind zum Schulleiter gegangen. Wir haben gefragt: Warum läuft das so? Warum kann man das nicht anders regeln?“ Die Antwort des Schulleiters am Martin-Butzer-Gymnasium in Dierdorf: „Macht es doch besser!“ Die Geburtsstunde des Start-ups Sdui.

„Ganz ehrlich, so ein bisschen hatten wir uns damals schon im Ton vergriffen“, sagt Zacharias heute. „Wir waren einfach sauer und wollten endlich eine Lösung. Die Antwort unseres Schulleiters war für uns wie eine Herausforderung. Wir hatten zwei Optionen: Nur meckern. Oder meckern und etwas für die Lösung des Problems tun. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden.“

In den Jahren 2015 bis 2017 entwickelte zunächst Jan Micha Kroll, bist heute das Genie hinter der App, eine erste Version von Sdui für ein „Jugend forscht“-Projekt. Im Jahr 2018 wird Sdui zur GmbH, bringt die App auf den Markt, mietet Büros, stellt Mitarbeiter ein. „Unser Fokus ist die einfache und sichere Kommunikation“, sagt Geschäftsführer Daniel Zacharias. „Im Sektor Schule zum Beispiel gibt es viele Prozesse, die abzubilden sind. Und all dies bei Beachtung hoher Datenschutzauflagen.“ Whatsapp-Gruppen – es mag sie geben, an Schulen, aber den Datenschutzauflagen entsprechen sie nicht. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die hohe Komplexität herunterzubrechen auf die tatsächlichen Bedürfnisse. An einer Schule mit 800 Schülern gibt es 80 Lehrer und 1600 betroffene Eltern. Und damit ein hohes Maß an Informationsbedarf.“
Die Informationen fließen nur in eine Richtung, das macht die Kommunikation auf das Wesentliche einfach. Nur die Schulleitung und ausgewählte Lehrkräfte dürfen Nachrichten versenden und teilen. Anhänge wie Bilder, PDFs und Word-Dokumente sind möglich. Empfänger sind klar definierte Benutzergruppen – zum Beispiel alle Eltern, alle Klassen oder individuelle Kurse und Gruppen. Optional sind Lesebestätigungen sowie die Möglichkeit, Nachrichten als Push-Meldung zu erhalten, um keine Änderung oder Information zu verpassen. Dazu werden Stundenpläne online verfügbar, Änderungen werden sofort eingetragen und gehen bei Bedarf als Push-Nachricht auf das Handy. Auch Eltern erhalten so Einblick in die aktuellen Stundenpläne ihrer Kinder. Lehrerkollegen können zudem sehen, wie und wo die anderen Kollegen unterrichten und welche Räume wie belegt sind. In der Sdui-Cloud finden sich zudem wichtige Unterrichtsdokumente wieder. Diese können automatisiert zum Stundenplan in Ordnern abgelegt werden. „Sdui vereinfacht zudem viele organisatorische Themen“, sagt Zacharias. „Eltern können über die App Termine mit Lehrern schicken. Auch das Erteilen und Einsammeln von Hausaufgaben lässt sich über die App regeln. Oder man reagiert mit einer kurzen Nachricht an seine Klasse einfach auf eine veränderte Wetterlage und verlegt den Sport in die Turnhalle, informiert die Schüler per App kurz über diese Änderung.“

Mit der App ist es den Entwicklern gelungen, die bisherigen Bedürfnisse „einzufangen“ und in ein System zu stecken.

„Bisher hatte jede Schule irgendwie ein eigenes System – oft wurden Inhalte per Whatsapp kommuniziert“, sagt Zacharias. Doch die Handhabung war oftmals kompliziert. Und nicht selten führten Meldungen zu unnötigen Diskussionen innerhalb der Gruppen. „Wir haben eine Plattform geschaffen, die es Schulen ermöglicht, ihren Schulalltag mit der App zu planen und zu kommunizieren.“ Heute setzen bundesweit bereits rund 1000 Schulen auf die App Sdui. Die eigene Schule von damals ist übrigens heute Kunde, berichtet Daniel Zacharias. Und der Schulleiter ist längst zu einem Berater und Freund geworden. Doch Schulen sind nicht das Ende der Entwicklung – Sdui ist längst zu neuen Märkten aufgebrochen. „Wir haben jetzt im dritten Jahr den Fokus auf den öffentlichen Sektor gelegt“, sagt Zacharias. „Universitäten, Kindergärten und andere öffentliche Institutionen entdecken immer mehr die Vorteile unserer App. Und auch in der Wirtschaft sind wir aktiv und stecken in Pilotphasen. Wir wollen die mobile Infosoftware für Firmen und Unternehmen sein.“ Dem Start-up ist zuzutrauen, auch dort starke Akzente zu setzen. Was nicht alles werden kann aus einem genervten „Macht es doch besser!“

Weitere Infos: www.sdui.de
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