Dr. Karl Tack: Gemeinsam mit starker Stimme sprechen

Unternehmer werden? Das war eigentlich gar nicht das Ziel von Dr. Karl Tack. „Ich dachte während des Studiums eher an eine berufliche Laufbahn an der Hochschule.“ Doch dann lernte er seine Frau kennen und entschied sich gemeinsam mit ihr: Wir übernehmen Verantwortung!
Und so nahm Dr. Tack das Angebot seines Schwiegervaters Manfred Rhodius an und stieg 1989 in die Gebrüder Rhodius GmbH & Co. KG aus Burgbrohl ein. Aus dem Studenten Karl Tack wurde ein Familienunternehmer. Und als solcher engagiert er sich seit jenen ersten Tagen im Jahr 1989 auch beim gleichnamigen Wirtschaftsverband „Die Familienunternehmer“. Im Mai diesen Jahres wählten die Mitglieder das langjährige Mitglied des Bundesvorstands zum Vizepräsidenten.

„Mein Schwiegervater war Gründungsmitglied der Familienunternehmer und so stieg ich dort auf seine Empfehlung hin mit ein und setzte diese gute Tradition fort“, erinnert sich Dr. Tack.

„Der Wirtschaftsverband verbindet rund 6.000 Unternehmer aus ganz Deutschland.“

„Von ganz kleinen bis ganz groß. Wir sind grundsätzlich für alle Unternehmen offen ab einem Mindestumsatzvolumen von einer Million Euro. Wir haben aber auch Mitglieder, die mehrere Milliarden umsetzen.“

Regelmäßige Treffen, lebendiger Dialog

Die Familienunternehmer geben all diesen Firmen eine Stimme. „Wir bilden ein starkes Netzwerk, in dem ein reger Erfahrungsaustausch und Gedankenaustausch stattfindet. Es gibt regelmäßige Treffen auf Bundesebene, aber auch regional. In unserem Regionalkreis Mittelrhein mit mehr als 60 Unternehmen treffen wir uns 10 bis 12 Mal im Jahr – ganz ohne Präsenzpflicht. Wer Lust und Zeit hat, ist mit dabei. Wir stoßen viele Themen gemeinsam an, besuchen uns gegenseitig, legen dabei auch ganz offen die Karten auf den Tisch und sprechen über Probleme und deren Lösungen. Dazu treffen wir uns mit unterschiedlichen Referenten oder mit Vertretern aus der Politik. Ein sehr lebendiger Dialog.“

Doch den Familienunternehmern geht es nicht nur um das Netzwerk untereinander, es geht vor allem auch darum, in Deutschland mit starker Stimme zu sprechen und auch wahrgenommen zu werden. Erst kürzlich traf sich Dr. Tack als Vorsitzender der Kommission Energiepolitik seines Wirtschaftsverbandes in Berlin mit Peter Altmeier (Bundesminister für Wirtschaft und Energie) und Gerd Müller (Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). „Die Energiewende ist ein Paradebeispiel dafür, wie sehr viel Geld ausgegeben wird ohne das gewünschte Ziel zu erreichen“, sagt Dr. Tack. „Da greifen wir als Familienunternehmer ein. So geht das nicht. Wir setzen uns in der Tradition von Ludwig Erhard bedingungslos für die soziale Marktwirtschaft und einen fairen Wettbewerb ein. Wir akzeptieren, dass der Staat flankierend Maßnahmen ergreift und eine Richtung vorgibt, die Unternehmer sich dann innerhalb der Leitplanken bewegen. Aber es muss immer die Möglichkeit geben, unternehmerisch gestaltend tätig zu sein.“

Bundesweite Energiepolitik: Konkrete Vorschläge

Gerade bei der Energiepolitik sahen und sehen die Familienunternehmer die marktwirtschaftlichen Prinzipien verletzt, wenn der Staat Preise festsetzt – zum Beispiel für Windkraft, Solarstrom und Biogas. „Durch die sogenannte EEG-Umlage zahlen wir als Rhodius zum Beispiel jährlich zwischen 600.000 und 800.000 Euro, um erneuerbare Energien zu subventionieren. Das geht zu Lasten unseres Unternehmens und aller privater Haushalte, die die Energiewende mitfinanzieren müssen. Deshalb ist dieses Thema ein sehr gutes Beispiel für die Tätigkeit der Familienunternehmer. Wir kritisieren solche Maßnahmen mit starker Stimme, bieten zudem aber auch klare Alternativen an und fordern anstelle der nicht zielführenden staatlich organisierten Energiewende eine jährliche Kappung des CO2-Ausstoßes um zwei Prozent. Für die Umsetzung dieser Ziele machen wir ganz konkrete Vorschläge.“ Dass diese auf Gehör stoßen, zeigen Treffen mit den Bundesministern in Berlin. Als Einzelunternehmer nahezu undenkbar, im Verbund als Familienunternehmer möglich.

„Wir fordern eine jährliche Kappung des CO2 -Ausstoßes um zwei Prozent.“

Die Entscheidung, statt einer beruflichen Laufbahn an einer Hochschule in das Familienunternehmen einzusteigen, hat Dr. Tack nie bereut. „Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass diese Tätigkeit so vielseitig ist. Man ist ständig umgeben von Menschen, mit denen man gemeinsam Entscheidungen trifft. Man übernimmt Verantwortung und wird am Unternehmenserfolg gemessen. War eine Entscheidung schlecht, sind auch die Ergebnisse schlecht. War sie gut, verdient man Geld. Diese permanente Korrektur und das dadurch sehr verbindliche Arbeiten hat mir immer sehr viel Freude gemacht.“ Dr. Tack ist heute Gesellschafter und Mitglied im Beirat der Rhodius GmbH. Die Geschäftsführung des Unternehmens hat er vor zwei Jahren in die Hände seiner Kinder Frauke Helf und Hannes Tack gegeben. Die Familientradition wird fortgesetzt.
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